1. April 2020

Der Polterabend

Brauchtum – Polterabend

In Deutschland ist es ein recht verbreiteter Brauch, vor der eigentlichen Hochzeit den Polterabend zu feiern. Dazu lädt man meist (auch) Freunde und Kollegen ein, die später nicht so zahlreich anwesend sind.

Die Brautleute selbst oder eins der beiden Elternpaare richten dieses Fest aus, bei dem die Gäste traditionsgemäß vor dem Haus Porzellan zertrümmern. Der Krach soll dem altgermanischen Glauben nach die bösen Geister vertreiben. Andere Quellen sprechen davon, dass nach heidnischer Überzeugung die Götter mit Opfergaben auf Tonscherben milde gestimmt wurden.

Ob die Gäste nun ihren Küchenschrank nach angestoßenen Geschirrteilen durchforsten, nicht mehr benötigte Blumentöpfe zum Polterabend mitbringen oder gar den Keller vom ausrangierten Waschbecken befreien – Hauptsache, es handelt sich nicht um Glas, denn das würde Unglück bedeuten (und lässt sich überdies sehr schwer aufsammeln).

Dem Brautpaar bleibt es dann überlassen, die Scherben gemeinsam aufzufegen und in einem Container, am besten mit anschließbarem Deckel, zu entsorgen. Damit sollen sie unter Beweis stellen, dass ihre Verbindung stark genug ist, um auch schwierige Aufgaben zu meistern.
Häufig gibt es aber einen guten Geist im Hintergrund, der die angefangene Arbeit letztlich beendet.

Poltern, 1 Tag vor der Hochzeit?

Ursprünglich fand der Polterabend am Tag vor der Hochzeit statt. Inzwischen geht man jedoch mehr und mehr dazu über, ihn schon ein paar Tage vorher zu feiern. Denn er verläuft meist feucht-fröhlich, und das Brautpaar will wohl kaum mit dickem Kopf heiraten.

Der saloppe Charakter des Polterabends zeigt sich im gesamten Ambiente. Für die Gäste wie auch für die Gastgeber empfiehlt sich legere Kleidung – wer käme wohl auf den Gedanken, im Abendkleid Geschirr zu zertrümmern? Und genauso ist die Bewirtung: Ein rustikales Buffet mit einer deftigen Suppe, frischen Bauernbrot sowie Wurst, Schinken und Käse am Stück sind völlig ausreichend. Dazu empfehlen sich Fassbier, Wasser und Saft. Nicht vergessen sollte man allerdings Hochprozentiges, das ertränkt den Kummer darüber, liebe Freunde aus dem Kreis der Junggesellen entlassen zu müssen.

Die Gäste, die nicht zur Hochzeit eingeladen sind, sollten dem Brautpaar zum Polterabend ein Geschenk mitbringen. Originell verpackte Banknoten oder Münzen sind natürlich immer willkommen. Aber auch mit Gutscheinen für ein bestimmtes Geschäft, am besten ein Kaufhaus mit breit angelegtem Sortiment, liegt man niemals falsch.




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