1. April 2020

Hochzeitsbräuche

Das Hochzeitsbrauchtum

Ein großer Teil der Hochzeitsbräuche geht auf heidnisches Denken zurück. So will man etwa mit dem Geschepper beim Polterabend die bösen Geister in die Flucht schlagen. Sehr viel sanfter muten die Blumenkinder an, die dem Brautpaar vorangehen und es über einen Teppich aus Blüten schreiten lassen. Mit dieser floralen Opfergabe wollte man ursprünglich die Götter besänftigen und speziell die Göttin der Fruchtbarkeit um ihren Segen bitten.

Dieser Gedanke steht auch hinter dem Werfen von Reis. Dieser Hochzeitsbrauch stammt aus dem asiatischen Raum. Dort zählt man anschließend die Reiskörner, die sich im Haar der Braut verfangen haben und erhält die Zahl der künftigen Kinder. Zumindest diese letzte Aktion sollte hierzulande aber möglichst unterbleiben, denn die meisten Bräute verwenden viel Zeit darauf, eine besonders schöne Frisur für ihren großen Tag zu bekommen. Es wäre doch schade, dieses Werk durch unsinniges Puhlen zu zerstören!

Tradition und Bräuche

Ein bisschen Trickserei war ursprünglich im Spiel, wenn Brautjungfern und Brautführer das Paar begleiteten. Sie trugen ganz ähnliche Kleidung wie die frisch Vermählten und sollten auf diese Weise die bösen Dämonen in die Irre führen: Wenn sie unschlüssig waren, wen sie mit ihrem Bann belegen sollten, ließen sie es hoffentlich ganz bleiben!

Ebenfalls gegen die bösen Geister geht der Mann vor, der seine frisch gebackene Ehefrau über die Schwelle des gemeinsamen Heims trägt. Denn genau an diesem Ort sind die Dämonen angesiedelt. Durch das Tragen kommt die junge Ehefrau gar nicht mit dem Bösen in Berührung – zumindest nicht am ersten Tag. Dieser Brauch gerät aber mehr und mehr in Vergessenheit, denn die meisten modernen Frauen stehen mit beiden Beinen im Leben und sind durchaus in der Lage, selber zu gehen (und dem Bösen zu trotzen). Aber immerhin ist dieser alte Hochzeitsbrauch ein schönes Beispiel dafür, dass der Mann für seine Frau da ist und sie beschützt.

Was altes, was neues, was blaues

Ein sehr hübscher Hochzeitsbrauch bezieht sich auf das Outfit der Braut; nach englischem Vorbild soll sie etwas Neues, etwas Altes, etwas Geliehenes und etwas Blaues tragen – und überdies eine Silbermünze im Schuh. Besonders schön ist es, wenn sich das Alte auf ein Stück bezieht, das in der Familientradition weitergereicht wurde, vielleicht ein Schmuckstück oder das Täschchen. Die meisten Kleidungsstücke der Braut dürften ohnehin neu sein, und das Geliehene kann vielleicht ein Taschentuch der besten Freundin sein. Da blau meist nicht die Hochzeitsfarbe ist, greifen viele Bräute auf ein blaues Strumpfband zurück, um alle Voraussetzungen für eine glückliche Ehe zu erfüllen.