12. November 2019

Hochzeit im Ausland

Eheschließung im Ausland

Die vermutlich frühesten Reisen zur Hochzeit im Ausland fanden in unseren Breiten um die Mitte des 18. Jahrhunderts statt. Damals erließ das britische Parlament ein Gesetz, nach dem Minderjährige für die Trauung die Zustimmung ihrer Eltern benötigten. Da dies jedoch lediglich auf England begrenzt war, flohen die Jugendlichen in Scharen nach Schottland, um sich dort ganz unkonventionell und vor allem ohne die elterliche Erlaubnis trauen zu lassen. Denn dort genügte nach wie vor die Bekundung des Ehewillens vor zwei Zeugen.

Der erste Ort hinter der Grenze war Gretna Green; der dortige Schmied etablierte sich als Amtsperson und vollzog vor seinem Amboss die Trauungen – ein Mythos war geboren. Auch heute noch kann man in Gretna Green heiraten, allerdings nach den üblichen Regelungen; der gewisse Reiz vergangener Zeiten bleibt dabei bestehen, zumal in allen drei Trauzimmern ein Amboss aufgestellt ist.

Hochzeit in anderen Ländern

Heutzutage entschließen sich immer noch viele Paare zur Hochzeit im Ausland, wenn auch aus anderen Gründen als die Kids von damals. Eine besonders enge Bindung zu einer bestimmten Region – vielleicht hat man den ersten gemeinsamen Urlaub dort verbracht – oder einfach der Wunsch nach ganz besonderer Romantik und Exotik. Eine Auslandshochzeit unter Palmen ist einfach etwas ganz Außergewöhnliches. Hinzu kommt, dass dem Brautpaar ein wahrhaft traumhafter Tag bereitet wird, und die Flitterwochen kann es direkt anschließen. Darüber hinaus hat man im Ausland keinen Trubel mit Gästen – im Gegenteil, man kann die Zweisamkeit völlig ungestört genießen.

So beschaulich der Hochzeitstag im Ausland auch ablaufen mag, so intensiv sind die Vorbereitungen. Und jedes Brautpaar, das im Ausland heiraten möchte, ist gut beraten, schon lange im Voraus mit der Planung zu beginnen. Neben der Buchung von Flug und Hotel sind es besonders die Dokumente, die häufig Kopfzerbrechen bereiten. Außer den Papieren, die auch in Deutschland für die Hochzeit notwendig sind, sind länderspezifische erforderlich – ein Gang zum heimischen Standesamt und anschließend zum betreffenden Konsulat gibt Klarheit.
Zudem ist es notwendig, die Unterlagen ins Englische oder die jeweils geltende Amtssprache übersetzen (und meist auch beglaubigen) zu lassen.

Anerkannte Ehe

Und zu guter Letzt will man die im Ausland geschlossene Ehe auch in Deutschland anerkannt wissen. Dazu muss das frisch gebackene Ehepaar erneut tätig werden. Die deutschen Behörden verlangen für die Registrierung der Ehe, dass die ausländischen Heiratsdokumente übersetzt, beglaubigt und mit einer so genannten Apostille versehen sind. Dabei handelt es sich um die Unterschriftsbeglaubigung und die Echtheitsbestätigung, die am einfachsten vom deutschen Konsulat im Ausland zu bekommen sind.